Logo Allgemeiner Tierhilfsdienst e.V.Banner Tierheim Horb


Aktuelles
Trennlinie
Zuhause gesucht
Paten gesucht
Zuhause gefunden
Tierhimmel
Wissenswertes      
 
Verein
Spendenaufrufe
Tierheim
Kontakt
Anfahrt
 
Nützliche Links
Inhaltsverzeichnis
Statistiken
Gästebuch

 


Kastration und Impfungen

gehören zur medizinischen Grundversorgung der Katze.

Kastration/Sterilisation

Begriffserklärungen:

Als Kastration/Sterilisation bezeichnet man die Unfruchtbarmachung der Tiere. Man hört oft, dass Weibchen sterilisiert und Männchen kastriert werden, das ist aber nicht korrekt. Auch nicht korrekt ist, dass "Sterilisation" nur das Durchtrennen der Eileiter/Samenstränge bedeutet. Jegliche OP zur Unfruchtbarmachtung ist eine Sterilisation. Die Kastration ist eine Möglichkeit der Unfruchtbarmachung, nämlich das Entfernen der Keimdrüsen.

Geschlechtsreife der Katze

Katzen werden mit ca. 4-12 Monaten geschlechtsreif, Langhaarkatzen teils auch später.

Weibliche Katzen werden dann zum ersten Mal rollig. Anzeichen dafür sind gesteigerte Anhänglichkeit bis Aufdringlichkeit, häufiges schnurrendes Miauen, Auf-dem-Boden-Wälzen (daher die Bezeichnung "rollig"), ständiges Reiben des Kopfes an Menschen und Gegenständen und manchmal sogar Harnmarkieren. Die Rolligkeit dauert mehrere Tage. Wird die Katze nicht gedeckt, kann sie schon nach etwa 9 Tagen wieder rollig werden. Dies wiederholt sich oder es kommt sogar zur Dauerrolligkeit, was ein gesundheitliches Risiko darstellt.

Bei Katern beginnt mit Eintritt der Geschlechtsreife meist das Harnmarkieren. Dies ist gut vom normalen Urinieren zu unterscheiden: der Kater steht dabei aufrecht mit hochgerecktem, zitterndem Schwanz da und spritzt Harn horizontal hinter sich. Der Harn unkastrierter Kater enthält einen Duftstoff, der zu einem typischen Geruch nach "Raubtierhaus" führt.

Warum sollte man seine Katze kastrieren lassen?

2 Hauptgründe: Populationskontrolle und Gesundheit

Beginnen wir mit ein paar Zahlen:

Man schätzt, dass es mehrere Hunderttausend frei lebende Katzen in Deutschland gibt. Diese leben aber nicht in glücklicher Freiheit als Wildtiere, sondern es sind verwilderte Haustiere, die unter Parasiten und Krankheiten leiden. Außerdem stören sie die heimische Fauna. Sie tragen z.B. durch Kreuzung zum Aussterben der Europäischen Wildkatze bei.

Nehmen wir an, eine verwilderte, unkastrierte Hauskatze lebt 10 Jahre. Bei 12 Welpen pro Jahr sind das über 80 Millionen Nachkommen! Zum Glück leben verwilderte Katzen nicht so lange, sie werden durchschnittlich nur ca. 1-5 Jahre alt.

In Deutschland werden jedes Jahr ca. 250.000 streunende Katzen abgeschossen. Dazu kommen noch unzählige Tiere im Straßenverkehr um. Mehrere hunderttausend Katzen werden jedes Jahr ertränkt, erschlagen oder sonstwie getötet Ca. 100.000 Katzen landen jedes Jahr in deutschen Tierheimen.

Junge Katze beim SpielenDiese Zahlen sollten eigentlich klarstellen, dass es nicht nötig ist, noch mehr Hauskatzen zu produzieren. Weder müssen Kinder das Wunder der Geburt erleben (lieber das Wunder des angewandten Tierschutzes!), noch soll jede Katze einmal Junge gehabt haben. Und nein, die Welt hat auch nicht auf die Nachkommen gerade dieser Hauskatze gewartet. Wenn die Nachbarn, die angeblich auf jeden Fall eine Katze aus dem Wurf nehmen werden, wirklich so wild auf Katzen sind, warum haben sie dann bisher keine?

Die Tierheime sind voll von den Ergebnissen solcher unüberlegten Hobbyvermehrer. Österreich ist Deutschland in dieser Sache einen Schritt voraus: dort steht seit dem 01.01.2005 im Bundestierschutzgesetz: "Katzen mit regelmäßigem Zugang ins Freie sind von einem Tierarzt kastrieren zu lassen (...)".

Von der Populationskontrolle mal abgesehen, leben kastrierte Tiere auch länger und gesünder. Unkastrierte Kater leben sehr viel gefährlicher als kastrierte. Erstens müssen sie ständig ihr Revier verteidigen und haben viele Kämpfe durchzustehen. Sie kommen dann während der Paarungszeit fast täglich mit Wunden und Abszessen nach Hause. Die Gefahr, sich mit Infektionskrankheiten wie FIV oder FeLV anzustecken steigt dadurch natürlich extrem. Und natürlich nicht zu verachten ist die Gefahr im Straßenverkehr. Unkastrierte Kater rennen im Liebesrausch schnell mal über gefährliche Straßen. Sie legen oft auch weite Strecken zurück.

Entgegen landläufiger Meinung nimmt man den Katzen nicht den "Spaß". Katzen haben keine bewusste Libido, sondern sind triebgesteuert. Nach der Kastration vermissen sie nichts.

Aber meine Katze kommt nie aus der Wohnung, warum soll ich sie denn kastrieren lassen?

Unkastrierte Kater fangen ab der Geschlechtsreife an, in der Wohnung zu markieren. Das stinkt erbärmlich - wesentlich schlimmer als normaler Katzenurin. Unkastrierte Kätzinnen werden, wenn sie nicht befruchtet werden, in immer kürzeren Abständen rollig und evtl. sogar dauerrollig. Das kann zu gesundheitlichen Problemen (Eierstockzysten, Gebärmutterentzündung) und Verhaltensstörungen führen. Ganz abgesehen davon, dass unkastrierte Tiere meist mit allen Mitteln versuchen werden, aus der Wohnung zu entkommen und allgemein aufgrund des Triebstaues ziemlich unerträglich sind.

Gibt es Alternativen zur Kastration?

Eigentlich nicht. Man kann durch eine Hormonspritze die Rolligkeit der Kätzin zeitweise unterdrücken, dies ist aber nicht als Dauerlösung gedacht, sondern eher für Zuchtkatzen vor der Ausstellung oder als temporäre Lösung wenn eine OP gerade nicht möglich ist.

Was wird bei einer Kastration gemacht?

Bei einem Kater werden die Hoden durch einen kleinen Schnitt im Hodensack entfernt. Der Hodensack bildet sich dann zurück, so dass er später kaum noch zu sehen ist. Nach dem Entfernen der Haare des Hodensackes und Reinigung des OP-Feldes wird der Hodensack durch einen Schnitt eröffnet, die Hoden vorgelagert, abgebunden und dann abgetrennt. Eine Naht der Haut ist in der Regel nicht erforderlich, so dass auch keine Fäden gezogen werden müssen. Das ganze dauert ca. 20 Minuten.

Bei einer Katze werden die Eierstöcke sowie die Gebärmutter bis hin zur Bifurcatio, also der Aufteilung in die beiden Uterushörner entfernt. Ein kleiner Stumpf wird belassen, um eine minimale Östrogenproduktion zu erhalten. Dies garantiert eine gute Durchsaftung des Gewebes; das heißt unter anderem bleibt der Schließmuskel der Urethra geschmeidig, es kommt zu keiner Inkontinenz. Diese OP wird mittels Bauchschnitt durchgeführt, was erklärt, warum sie teurer ist als die Kastration eines Katers. Die Kastration bei Kätzinnen hinterläßt in aller Regel eine sehr kleine OP-Wunde von 2 - 3cm am Bauch oder in der Flanke, je nachdem welchen Zugang der Operateur wählt. Die Wunde wird in drei Schichten genäht und nach außen mit nicht-resorbierbaren Fäden verschlossen, die nach etwa 10 Tagen gezogen werden.

In welchem Alter sollte eine Katze kastriert werden?

Allgemein werden Katzen hierzulande im Alter zwischen 5 und 7 Monaten kastriert. Es ist nicht nötig, die Geschlechtsreife abzuwarten. Bei Katern ist es auch eher kontraproduktiv, denn wer sich einmal das Markieren angewöhnt hat, behält es unter Umständen auch später noch bei. Kätzinnen sollten möglichst nicht gerade während der Rolligkeit operiert werden. Gegen eine Kastration während der Rolligkeit spricht die hormonell bedingte, erhöhte Blutungsneigung. Das ist vor allem bei älteren und übergewichtigen Katzen ein Thema, weil es im Fettgewebe zu diffusen Butungen kommen kann, die schlecht zu überblicken sind.

Es gibt durchaus auch Argumente für eine deutlich frühere Kastration. Es spricht vieles dafür, eine Katze bereits mit 3 oder 4 Monaten kastrieren zu lassen, was in anderen Ländern schon jahrzehntelang ohne Probleme praktiziert wird und sich auch bei uns immer mehr durchsetzt. Dass manche Tierärzte es noch ablehnen, begründet sich in erster Linie durch mangelnde OP-Erfahrungen mit Tieren dieses Alters, bei denen insbesondere die Dosis des Narkosemittels genauestens dem Körpergewicht angepasst werden muss. Wird sie von einem sachkundigen Tierarzt durchgeführt, hat die sogenannte Frühkastration viele Vorteile. Mehr Info hier: http://www.cat-care.de/fruehkastration.pdf

Gegenstimmen gegen die Frühkastration führen Argumente wie "kein Katerkopf" und "Blasenprobleme" ins Feld. Aktuelle Studien zeigen aber, dass sowohl das "katermäßige" Aussehen und die Blasengeschichte auf Veranlagung zurückzuführen sind und durch den Kastrationszeitpunkt nicht beeinflusst werden. Links hierzu:

http://www.winnfelinehealth.org/reports/early-neuter.html (E)
http://www.exoticbengals.com/spay.htm (E)
http://www.danesonline.com/earlyspayneuter.htm (E)
http://maxshouse.com/links_to_early_neutering_articles_.htm (E)

Wie läuft eine Kastration ab und was muss ich danach beachten?

Man vereinbart einen Termin beim Tierarzt des Vertrauens. Dieser wird Anweisungen geben, ab wann die Katze nichts mehr fressen und trinken soll. Man gibt die nüchterne Katze in ihrer Transportbox morgens beim Tierarzt ab und kann sie nachmittags wieder abholen. Dann ist sie schon wieder aus der Narkose aufgewacht, aber vermutlich noch etwas benommen. Die Kastration eines Katers kostet ca. 40-80 EUR, einer Kätzin ca. 60-120 EUR.

Wieder zuhause sollte man die Katze in ein Zimmer sperren, wo sie keine großen Sprünge machen kann. Freigänger bekommen einige Tage Hausarrest. Nach 24 bis 48 Stunden sollte die Katze die Narkose überwunden haben. Manche Kätzinnen haben nach der OP Probleme beim Kotabsatz (da das Pressen Schmerz verursacht). Wenn man das feststellt, kann man ein bißchen Milch geben, was den Kot weicher macht.

Antibiotika werden bei manchen Operationen gegeben, um einer Infektion vorzubeugen. Verlief die Kastration absolut komplikationslos und war der Bauchschnitt nur klein, dann wird meistens darauf verzichtet. Auch bei sehr aktiven Katzen, bei denen man davon ausgehen kann, dass sie die Wunde nicht ganz in Ruhe lassen, gibt man oft Antibiotika, um die Wundheilung nicht zu gefährden.

Folgen Sie den Anweisungen des Tierarztes, was Füttern und Trinken nach der OP angeht. Das Katzenklo sollte in den ersten paar Tagen nach der OP besonders sauber gehalten werden, um eine evtl. Infektion auszuschliessen. Achten Sie ein paar Tage lang verstärkt darauf, ob sich die Katze wohl fühlt, eine Entzündung zu sehen ist, etc.

Impfungen

Katzen brauchen in der 6. bis 8. Woche eine Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, die in der 12. bis 14. Woche wiederholt wird. Damit ist dann die Grundimmunisierung gegeben. Freilaufende Katzen sollten gegen Tollwut und Leukose geimpft werden.

Muss man die Impfungen wirklich jedes Jahr aufs Neue wiederholen?

Über diese Frage herrscht noch keine einheitliche Meinung - weder unter den Experten, noch unter mehr oder weniger erfahrenen Haltern.

Einigkeit herrscht darüber, dass ganz ohne Impfung auch reine Wohnungstiger nicht auskommen. Das absolute Minimum stellen Katzenseuche und Katzenschnupfen dar. Hier fungiert der Mensch als mechanischer Überträger mit Kleidung und Schuhwerk. Das heißt, dass auch ausschließlich in der Wohnung/im Haus gehaltene Tiere einem sehr starken Risiko unterliegen und dringend vor einer Ansteckung geschützt werden müssen, weil es sich um sehr gefährliche, meistens tödlich verlaufende Erkrankungen handelt. Alle anderen Impfungen sind optional, d.h. es muss abgewogen werden, welche Risiken das Tier eventuell betreffen könnten, und welche nicht und inwieweit eine Impfung auch tatsächlich einen Impfschutz bietet (die sogenannte "FIP"-Impfung ist z.B. in ihrer Wirkung äußerst umstritten).

Das Thema Impfintervalle, also Häufigkeit der Wiederholungsimpfungen, wird sehr kontrovers diskutiert. In Deutschland halten die Tierärzte und Impfstoffhersteller noch sehr an der jährlichen Impfpraxis fest.

Argumente für die regelmäßige Wiederholungsimpfung:

Nach erfolgter Grundimmunisierung bieten die in Deutschland zugelassenen Mittel, lt. Hersteller, Impfschutz für eine festgelegte Periode (1-3 Jahre).

  • Um exakten Aufschluss über den Impfschutz des Einzeltiers zu bekommen, müsste man durch Antikörpertiter die Immunantwort des Einzelorganismus überprüfen. Da Lebewesen nicht wie Maschinen funktionieren, würden dabei mit Sicherheit sehr unterschiedliche Ergebnisse herauskommen.
  • Da der finanzielle Aufwand für derartige Untersuchungen weit größer ist als die Impfung selbst, und gerade Auffrischimfungen i.d.R. ohne jegliche Impfreaktion seitens des Patienten verlaufen, stellt sich die Frage nach der Zweckmäßigkeit.
  • Man sollte auch bedenken, dass jede vernünftige Katzenpension darauf besteht, dass die Tiere, die man dort in Pflege gibt, gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche (je nach Pension auch gegen Leukose) geimpft werden.

zurück zur Übersicht


Alle Inhalte ©2004-2012 Allgemeiner Tierhilfsdienst e.V. • KontaktformularImpressum/Datenschutz